- Sandra Steinkellner

- vor 6 Tagen
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Der Spitzwegerich ist auch als Heilwegerich, Wundwegerich oder Lungenblattl bekannt.
Der Wegerich ist sehr zäh und zu einer der am meisten verbreitetsten Pflanzen geworden.
Wie hat er das geschafft?
Jede Pflanze bringt während ihres Lebens 40 000 Samen hervor und wenn es feucht ist, quellen diese auf. Sie werden klebrig und haften an Pfoten, Hufen und Fußsohlen (Plantago - der lateinische Gattungsname des Wegerichs - kommt von »planta« also »Fußsohle«).
Auf diese Weise konnte er sich ausgesprochen gut vermehren und auch wenn ihn viele aus ihrem »englischen Rasen« entfernen, weil er die Gräser ohne große Mühe zur Seite drängt mit seinen fleischig-ovalen Blättern, wäre er da um uns zu dienen und zu unterstützen.
Es erinnert sich kaum jemand daran, dass der Wegerich einst eine der heiligsten Pflanzen war.
Weiters ist er auch Bestandteil der »Grünen Neune« falls euch das etwas sagt. Dies ist eine kultische Frühlingsspeise, durch die sich die Menschen im Frühling mit den Naturkräften des neuen Jahres verbanden.
Der Wegerich galt neben dem Salbei und der Raute bei den mittelalterlichen Ärzten als Allesheiler. »Herrscher des Weges« oder »König des Weges« sind Beispiele für seine Bezeichnungen.
Die Wirkungsweise des Wegerichs wird seit langer, langer Zeit geschätzt. Von der Antike bis hin zu Naturheilern wie Pfarrer Künzle, Pfarrer Kneipp oder Maria Treben hat es unzählige Indikationen für diese Pflanze gegeben. Ihm wird nachgesagt sehr blutstillend, blutreinigend, schleimlösend, fieberstillend, krampflösend, magenstärkend und wundheilend zu wirken.
Paracelsus meinte »Es gibt keine Pflanze, die mehr austrocknet und zugleich festigt als Plantago«.
Im Himalajagebiet, der chinesischen Heilkunde oder der russischen Volksmedizin wird er immer noch überaus geschätzt für seine Heilkräfte.
Zeigen wir doch auch wieder vermehrt Wertschätzung für den Wegerich und freuen uns, wenn er uns auf Weg und Wiese begegnet …
Einen kleinen Sammelhinweis hab ich noch für euch, falls ihr den Wegerich als Tee zubereiten möchtet: Blätter von März bis August sammeln und schnell bei 50-60 Grad trocknen, um die Zersetzung des antibakteriell wirkenden Aucubins zu verhindern.

Die Blätter enthalten viel Karotin, Vitamin C und Vitamin K (blutstillend), Zitronensäure und andere wertvolle Inhaltsstoffe.
Äußerlich ist der Wegerich besonders bei Insektenstichen sehr beliebt (siehe haus.mittel).

Innerlich wird er durch die in den Blättern enthaltenen Schleimstoffe und Gerbstoffe oft bei Entzündungen der Schleimhäute und (Reiz-) Husten verwendet und ist somit ein idealer Begleiter durch die kalte Jahreszeit (siehe husten.sirup).

Auch Spitzwegerich-Tee ist bei Halsschmerzen und in der Erkältungszeit sehr beliebt. Dafür einfach bei Bedarf eine Tasse des getrockneten Krauts in ein Teesieb geben. Mit kochendem Wasser übergießen und zugedeckt für 10 Minuten ziehen lassen.
Besonders die jungen Blätter eignen sich wunderbar für Salate - ihr Geschmack erinnert an Steinpilze. Und auch die Köpfchen kann man essen (diese schmecken ein wenig nach Champignons).



