- Sandra Steinkellner

- vor 6 Tagen
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Das Gänseblümchen, Maßliebchen oder ‚Bellis perennis’ berührt die Menschen.
Es hat eine besondere Ausstrahlung, die es uns möglich macht, kurz alles Leid zu vergessen.
Es vermag klein zu wirken, ist aber in vielerlei Hinsicht wahrlich ein Riese. Das erkannten bereits unsere Ahnen.
Für die germanischen Stämme offenbarte sich der Sonnengott Baldur wenn sich der Blütenkelch des Gänseblümchens öffnete. Liegt fast auf der Hand, denn es lebt ganz im Einklang mit dem Tagesgestirn. Wie wir vermutlich alle wissen hält es sein Blütenköpfchen fest verschlossen wenn es Nacht ist sowie bei trübem, feuchten Wetter. Aber kaum wird es von der Sonne gestreift öffnet es sich und richtet sich nach ihr aus.
Nachdem das Gänseblümchen die Kreativität und Lieblichkeit in uns erweckt verwundert es auch nicht, dass man es in vielen Werken großer Dichter wiederfindet. Es wird sogar mit zur Erde gefallenen Sternen verglichen und als Pflanze bezeichnet, die all die Traurigkeit nehmen kann. (…which could soften all my sorrows - von Chaucer.)
Aber zurück zu unseren Vorfahren. Nicht nur dem Sonnengott Baldur wurde diese Pflanze geweiht, sondern auch der großen Göttin in ihrer Erscheinung als liebliche Freya. Und Ostara natürlich.
Einen alten Aberglauben erzähl ich euch noch schnell. Dieser war vermutlich keltischen Ursprungs und besagt, dass der Genuss des Gänseblümchens das Wachstum dämpfen kann. Kinder und Welpen wurden laut einiger Sagen und Mythen mit ihnen versorgt damit sie nicht Weiterwachsen und für immer Kind bleiben können.
Die Geschichte des Gänseblümchens ist mitunter etwas durchwachsen aber sie wurde wieder das, was sie immer war. Die Wunderpflanze des einfachen Volkes. Sie zierte jeden Bauern- und Arbeitergarten und bis heute ist sie für Jedermann zugänglich und zeigt sich in Hülle und Fülle.
2017 war es sogar die Heilpflanze des Jahres.
„Er liebt mich, er liebt mich nicht.“ verbinden wir oft mit dieser Pflanze und abschließend kann ich nur sagen: „Das Gänseblümchen liebt dich - lieb es doch auch.“






